Von Lena Krämer Jan, 10 2026
Wie beginnt man mit dem Anbau von Hanfsamen? - Schritt für Schritt für Anfänger

Wenn du zum ersten Mal Hanfsamen anbaust, ist der erste Gedanke oft: Wie fange ich überhaupt an? Es ist nicht wie Tomaten oder Basilikum. Hanf hat seine eigenen Regeln, und wer sie nicht kennt, scheitert oft schon bei der Keimung. Keine Sorge - es ist einfacher, als viele denken. Du brauchst keine große Fläche, keine teure Ausrüstung und auch keine Genehmigung, solange du nur Hanfsamen mit weniger als 0,2 % THC verwendest. Das ist legal in Deutschland. Hier zeige ich dir, wie du von der Saat bis zur Pflanze erfolgreich durchkommst - ohne überflüssigen Ballast.

Wähle die richtigen Hanfsamen

Nicht alle Hanfsamen sind gleich. Du musst zwischen industriellen Hanfsamen und CBD-Hanfsamen unterscheiden. Beide sind legal, aber sie haben unterschiedliche Zwecke. Für Anfänger sind industrielle Hanfsamen die bessere Wahl. Sie kommen von zugelassenen Sorten wie Finola, Futura 75 oder USO-31. Diese Sorten wachsen schnell, sind robust und enthalten kaum THC. Du findest sie in spezialisierten Samenhändlern wie Hanf-Samen.de, Hempflax oder in lokalen Gärtnereien, die auf Bio-Saatgut setzen.

Vermeide Samen von unbekannten Online-Shops, die versprechen, „starke CBD-Pflanzen“ zu liefern. Oft sind das nur illegale Marihuana-Samen mit hohem THC-Gehalt. Prüfe immer, ob der Händler die EU-Zulassung für Hanfsaatgut aufweist. Ein seriöser Anbieter gibt dir die Sortennummer, das Herkunftsland und die THC-Analyse an.

Keimung: Der kritischste Schritt

Die Keimung ist der Moment, in dem viele scheitern. Hanfsamen brauchen Wärme, Feuchtigkeit und Dunkelheit - nicht viel mehr. Hier ist die einfachste Methode:

  1. Wische die Samen mit einem feuchten Tuch ab, um Staub zu entfernen.
  2. Lege sie zwischen zwei feuchte Küchenpapierblätter.
  3. Stecke das Papier in einen verschließbaren Plastikbeutel oder ein Glas mit Deckel.
  4. Stelle es an einen warmen Ort - ideal sind 22 bis 26 Grad Celsius. Die Fensterbank über dem Heizkörper ist perfekt.
  5. Prüfe alle 12 Stunden: Das Papier muss immer feucht sein, aber nicht nass.

Innerhalb von 24 bis 72 Stunden sprießen die ersten Wurzeln - sie sehen aus wie winzige weiße Fäden. Sobald die Wurzel 1 bis 2 Zentimeter lang ist, ist es Zeit, sie in die Erde zu setzen. Nicht länger warten. Die Wurzel ist empfindlich. Wenn sie trocknet, stirbt die Pflanze.

Die richtige Erde und der richtige Topf

Hanf liebt lockere, gut durchlüftete Erde. Normale Blumenerde ist zu schwer und hält zu viel Wasser. Du brauchst eine Mischung aus:

  • 60 % Kokosfasern (Coir)
  • 30 % Perlite oder Vermiculit
  • 10 % Kompost oder Bio-Dünger

Diese Mischung sorgt dafür, dass die Wurzeln atmen und nicht faulen. Verwende Töpfe mit mindestens 5 Litern Fassungsvermögen. Kleinere Töpfe führen zu Wurzelengpässen - die Pflanze bleibt klein und schwach. Ein 10-Liter-Eimer aus Kunststoff oder Ton ist ideal für den Anfang. Achte darauf, dass der Boden Löcher hat. Ohne Drainage stirbt die Pflanze schneller, als du denkst.

Junge Hanfpflanze in einem Topf mit lockerer Erde am sonnigen Fenster.

Pflanzen und erste Pflege

Wenn die Wurzel sprießt, machst du ein kleines Loch in die Erde - etwa 1,5 bis 2 Zentimeter tief. Lege den Samen mit der Wurzel nach unten hinein. Nicht mit der Spitze nach oben - das ist ein häufiger Fehler. Bedecke es vorsichtig mit Erde, drücke nicht fest. Gieße dann nur ganz leicht - so, als würdest du einem Baby Wasser geben. Zu viel Wasser führt zu Schimmel und Wurzelverrottung.

Stelle den Topf an einen hellen Ort, aber nicht in die direkte Sonne. Ein Fenster mit Ost- oder Südostausrichtung ist ideal. Die Pflanze braucht jetzt 16 bis 18 Stunden Licht pro Tag. Wenn du kein natürliches Licht hast, reicht eine einfache LED-Wachstumsleuchte mit 6500 K Farbtemperatur. Du brauchst keine teure HPS-Lampe - das ist für Profis.

Wasser, Dünger und Temperatur

Hanf ist kein Durstiger. Gieße nur, wenn die obersten 2 Zentimeter Erde trocken sind. Stecke deinen Finger in die Erde - wenn sie kalt und feucht ist, warte. Zu viel Wasser ist die Nummer eins, warum Anfänger scheitern.

Düngen brauchst du erst nach 3 bis 4 Wochen. Bis dahin hat die Pflanze genug Nährstoffe aus der Samenschale. Danach verwendest du einen organischen Flüssigdünger mit niedrigem Stickstoffgehalt - ideal ist ein Hanf-spezifischer Dünger mit NPK-Werten wie 3-2-4. Vermeide chemische Dünger. Sie verbrennen die Wurzeln und schaden der Bodenlebensgemeinschaft.

Die Temperatur sollte zwischen 20 und 28 Grad liegen. Unter 15 Grad bleibt die Pflanze stehen. Über 30 Grad stressen sie. In Berlin ist das im Frühjahr kein Problem - solange du sie nicht draußen stellst, bevor die Nachttemperaturen über 10 Grad steigen. Das ist meist erst Ende Mai der Fall.

Fünf Fehler beim Hanfanbau neben einer gesunden Pflanze als Gegenüberstellung.

Wann wirst du etwas sehen?

Nach 5 bis 7 Tagen sprießen die ersten Blätter - sie sehen aus wie kleine, zarte Fächer. Das sind die ersten echten Blätter. Die ersten beiden Blätter, die aus dem Samen kommen, sind die Keimblätter - sie fallen bald ab. Das ist normal. Ab Woche 3 wächst die Pflanze schneller. Sie entwickelt mehr Blätter, wird höher, und die Stängel werden stabiler. Wenn du nach 4 Wochen noch nichts siehst, war die Keimung gescheitert. Dann probier es mit neuen Samen.

Was du vermeiden musst

Hier sind die fünf größten Fehler, die Anfänger machen:

  • Zu viel gießen: Hanf verträgt Trockenheit besser als Nässe.
  • Zu viel Licht auf einmal: Direkte Mittagssonne verbrennt junge Blätter.
  • Unreine Erde: Normale Gartenerde aus dem Baumarkt ist oft mit Pilzen und Unkrautsamen verseucht.
  • Früh draußen stellen: Frost oder kalte Nächte töten die Pflanze.
  • Keine Beobachtung: Hanf zeigt dir, was sie braucht - wenn du hinsiehst.

Beobachte deine Pflanze. Wenn die Blätter gelb werden, ist es oft zu viel Wasser oder ein Mangel an Magnesium. Wenn sie sich krümmen, braucht sie mehr Licht. Hanf kommuniziert - du musst nur lernen, zuzuhören.

Wie lange dauert es bis zur Ernte?

Wenn du Hanf für die Fasern oder als Zierpflanze anbaust, brauchst du 10 bis 14 Wochen. Die Pflanze wächst schnell - bis zu 10 Zentimeter pro Woche. Sie wird bis zu 2 Meter hoch. Wenn du CBD-Blüten willst, musst du auf die Blütephase warten - das dauert länger, und die Pflanze muss dann in einen 12/12-Lichtzyklus wechseln. Aber das ist für Anfänger nicht nötig. Fange mit der einfachen Variante an: Pflanze, beobachte, lerne.

Am Ende der Saison kannst du die Stängel trocknen und die Fasern für Bast, Seile oder Deko nutzen. Oder du lässt die Pflanze einfach stehen - sie ist schön, grün und ruhig. Hanf braucht keine Ernte. Sie braucht nur eine Chance.

Kann ich Hanfsamen direkt in die Erde säen?

Ja, aber nur, wenn die Bodentemperatur über 12 Grad liegt und kein Frost mehr droht - meist ab Mitte Mai. Direktsaat ist riskant, weil Samen von Vögeln gefressen werden, von Regen weggespült werden oder nicht genug Licht bekommen. Für Anfänger ist die Keimung im Haus sicherer.

Brauche ich eine Genehmigung zum Anbau von Hanfsamen?

Nein, wenn du Hanfsamen mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 % verwendest - das ist in Deutschland legal. Du brauchst keine Erlaubnis, keine Anmeldung, keine Kontrolle. Aber du darfst keine Pflanzen mit höherem THC anbauen. Achte darauf, dass der Samenhersteller die EU-Zulassung hat.

Warum wächst meine Hanfpflanze nicht?

Die häufigsten Gründe sind: zu wenig Licht, zu viel Wasser, kalte Temperaturen oder schlechte Erde. Prüfe zuerst die Erde - sie sollte trocken sein, bevor du gießt. Dann prüfe die Lichtquelle. Hanf braucht mindestens 6 Stunden helles Licht täglich. Wenn du sie im Keller hältst, wächst sie nicht.

Kann ich Hanf im Zimmer anbauen?

Ja, sogar sehr gut. Hanf ist eine der besten Zimmerpflanzen für Anfänger. Sie braucht wenig Pflege, filtert die Luft und wächst schnell. Stelle sie ans Fenster, gieße sparsam, und du hast eine lebendige Dekoration, die auch noch sauberer Luft sorgt.

Wie erkenne ich, ob meine Hanfpflanze gesund ist?

Eine gesunde Hanfpflanze hat kräftig grüne Blätter, stabile Stängel und wächst gleichmäßig. Die Blätter sind nicht gelb, nicht braun, nicht krumm. Wenn du sie anfasst, fühlt sie sich fest an - nicht weich oder matschig. Und sie zeigt neue Blätter jede Woche. Das ist das beste Zeichen.

Kommentare (13)

  • Matthias Papet

    Ich hab’s letztes Jahr zum ersten Mal versucht und dachte, ich schaff’s nicht – aber mit dieser Anleitung wars wie Zauberei. Die Keimung im Küchenpapier hat super funktioniert, und plötzlich stand da eine kleine Pflanze, die mich jeden Morgen begrüßt hat. Kein Stress, kein teures Zeug – nur Geduld und ein bisschen Sonne. Wer’s probiert, wird’s lieben.

  • Malte Engelhardt

    Die Erde-Mischung mit Kokos und Perlite ist der Knaller 🙌 Ich hab’s mit normaler Blumenerde versucht – Ergebnis: tote Pflanzen. Seit ich die 60/30/10-Mischung nutze, wachsen sie wie Unkraut. Und nein, du brauchst keine 500€-Lampe. Eine billige LED von Amazon mit 6500K reicht völlig. Hanf ist die perfekte Anfänger-Pflanze – wenn man’s nicht verkompliziert.

  • Petra Möller

    Ich hab’s versucht. Drei Samen. Keine einzige Pflanze. Warum? WEIL ICH ZU VIEL GEGESSEN HABE. Nein, warte – ich hab zu viel gegossen. Wie dumm von mir. Jeder sagt es, aber keiner glaubt’s, bis die Wurzeln faulen. Ich hab jetzt einen neuen Versuch begonnen. Und dieses Mal… ich halte die Finger weg vom Gießkanne.

  • Jutta Besel

    Ich hab die Samen von ‘Hanf-Samen.de’ bestellt – die haben sogar eine PDF mit Anbau-Tipps beigelegt. Aber warum muss man immer soooo ausführlich schreiben? Ich will keine Philosophie, ich will die Schritte. 1. Samen. 2. Papier. 3. Warm. 4. Erde. 5. Nicht gießen. Fertig. Warum schreibt ihr immer wie ein Lehrbuch? 😤

  • Thomas Schaller

    Die Erde-Mischung ist eine Illusion. Hanf wächst in der Wildnis auf steinigem Boden. Wer braucht Kokos? Wer braucht Dünger? Das ist Gärtnerei für Weicheier. Echte Hanfpflanzen wachsen ohne Zivilisation. Du musst sie nicht verwöhnen. Du musst sie einfach loslassen.

  • Alexander Cheng

    Ich hab’s im Keller mit einer LED-Lampe versucht. Nach zwei Wochen: nichts. Dann hab ich’s ans Fenster gestellt – und plötzlich, nach drei Tagen, kam der erste Trieb. Ich dachte, ich hätte den falschen Samen. Aber nein – es war nur Licht. Hanf braucht nicht viel, aber es muss die richtige Art sein. Keine künstliche Sonne, die wie eine Bürobeleuchtung wirkt. Es muss natürlich wirken. Und ja – ich hab auch gedacht, ich wäre zu dumm dafür. Bin’s nicht. Bin nur faul gewesen.

  • Christian Enquiry Agency

    Warum macht ihr das so kompliziert? Es ist Hanf. Nichts als Gras. Wenn du es willst, pflanzt du es. Wenn du’s nicht willst, lässt du’s. Wer braucht Anleitungen für Pflanzen? Die Erde weiß, was sie tut. Die Sonne weiß, was sie tut. Du? Du bist nur der Zuschauer. Und wenn du’s nicht schaffst? Dann war’s nicht für dich bestimmt. Punkt.

  • Andreas Krokan

    Hey, Jutta – du hast recht, das ist viel Text. Aber ich find’s gut, dass hier alles drinsteht. Ich hab vorher nur ‘Gießen, Licht, Erde’ gelesen und dann gescheitert. Jetzt weiß ich, warum. Und ich hab’s korrigiert. Danke, Autor – du hast mir die Pflanze gerettet. Und ja, ich hab auch ‘Coir’ falsch geschrieben. Ist jetzt ‘Kokosfasern’. 😅

  • Peter Rey

    Die Schweiz hat andere Regeln. Aber ich hab’s trotzdem probiert – mit deutschen Samen. Und weißt du was? Es funktioniert. Hanf ist keine Droge. Es ist eine Pflanze. Und wenn du’s als Deko nimmst, ist es sogar schöner als eine Ficus. Und nein, ich hab keine Genehmigung. Und nein, die Polizei kam nicht. 😎

  • Seraina Lellis

    Ich hab die Anleitung genau befolgt – sogar die 10-Liter-Eimer genommen. Aber ich hab vergessen, die Drainagelöcher zu bohren. Ergebnis: Wurzelfäule nach 12 Tagen. Ich war am Verzweifeln. Dann hab ich’s nochmal versucht – mit Löchern. Und jetzt wächst eine Pflanze, die größer ist als mein Kaktus. Es ist nicht schwer. Es ist nur wichtig, dass man aufpasst. Und manchmal… muss man erst scheitern, um zu verstehen.

  • price astrid

    Ich hab die Samen von Hempflax gekauft – die haben sogar eine Zertifizierungsnummer. Aber du musst wissen, dass Hanf nicht nur legal ist – er ist moralisch richtig. Er reinigt die Luft, er braucht keine Chemie, er ist eine Antwort auf die Konsumgesellschaft. Du pflanzt nicht nur eine Pflanze – du pflanzt eine Haltung. Und wenn du das nicht verstehst, wirst du nie erfolgreich sein.

  • Christoph Landolt

    Die Empfehlung, Hanf als Zimmerpflanze zu nutzen, ist gefährlich. Es verharmlost die gesellschaftliche Wirkung von Cannabis. Wenn man das als ‘Dekoration’ bezeichnet, dann verliert man den Bezug zur Wirklichkeit. Hanf ist kein Zierkaktus. Er ist ein Symbol. Und Symbole dürfen nicht banalisiert werden.

  • John Boulding

    Ich hab’s in einem 2-Liter-Becher gemacht. Mit normaler Erde. Ohne Perlite. Ohne Lichtkontrolle. Und sie wächst. Langsam. Aber sie wächst. Vielleicht ist die ganze Anleitung überflüssig. Vielleicht braucht Hanf nur einen Versuch. Und einen Menschen, der nicht alles kontrollieren will.

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